Internet zu langsam

Internet zu langsam

In der Telekommunikationsbranche ist das „bis zu“ ein gern benutztes Kürzel für die Aussage: „Wir können das, was in der Produktüberschrift steht, nicht sicher leisten.“ DSL hat bis zu 50Mbit/s, LTE hat bis zu 100Mbit/s und das LAN hat bis zu 1Gbit/s. Kaum eines der hier genannten Produkte kann, was es verspricht.

Da ist auch OK so, nur warum wird diese Formulierung auch benutzt, wenn die Leistung nur wenige Prozent von dem hält, was es verspricht? Ganz klar, wir lieben Superlative, wir wollen mehr Leistung als der Nachbar, und dafür zahlen wir auch gerne mehr. Auf dem Papier reicht es uns, in der Realität muss es nicht zwingend stimmen.

Aber schauen wir mal, wie die Welt aussehen würde, wenn diese „von bis“-Klausel überall in unserem Alltag Einzug halten würde. Beim Autokauf hieße es dann, dass der neue Wagen bis zu sechs Gänge hat, oder bis zu vier Türen. Unsere Wohnung hätte bis zu 80 qm. Unsere wöchentliche Arbeitszeit liege bei bis zu 40 Stunden, na das klingt doch schon mal nach was. Auch unser Wochenende hätte dann bis zu drei Tage. Nur leider wäre unser Gehalt dann auch mit dieser Klausel versehen … uuppss … das gibt Ärger.

Spaß beseite. Wichtig ist zu wissen, dass die vertraglich vereinbarte und auf dem Produkt aufgedruckte Leistung nicht erreicht wird. Oder sagen wir es positiver: Die versprochene Bandbreite einer Internetverbindung ist brutto, davon geht noch einiges ab, wie beim Gehalt auch, und am Ende kommt eine Nettorate an. Datenpakete werden verpackt, bekommen Sicherheitsinformationen dazu, manchmal packt man noch eigene Sicherheitsschlüssel herum, und so wird ein Paket nicht immer größer, sondern der Overhead immer mehr und die Nettodaten immer weniger.

Das allein begründet schon, dass die versprochene Bandbreite nicht erreicht werden kann. Aber Auslöser mancher Diskussionen ist ja eher, dass nur Bruchteile von dem erreicht werden, was versprochen wurde. Das ist dann ärgerlich, jedoch nehmen die Alternativen stetig zu.