Anbieter, wie Nfon, bewerben seit einiger Zeit die Telefonie aus oder in der Cloud. Es geht um die unendlichen Vorzüge und Vorteile einer Telefonanlage, die nicht mehr im Büro an der Wand hängt oder im Serverraum im Schrank steht.

„Schluss mit dem Affenzirkus“ und „An herkömmlichen Telefonanlagen festhalten ist wie die Evolution aufzuhalten“ sind nur einige der Werbesprüche.

Wenn man Nfon und anderen zuhört, dann kommt man sich fast schon stehengeblieben vor, wenn man keine Telefonie aus der Wolke hat. Aber ist das so?

Das seit Jahren beschworene Ableben der klassischen TK-Anlagen, eine Transformation oder gar ein Paradigmenwechsel sind noch nicht mal in weiter Ferne zu sehen. Kaum zwei Prozent der Telefonanlagen sind in der Cloud, der Rest steht und hängt weiterhin bei den Kunden in deren Räumen. Auch mit der Umstellung auf ALL-IP, das von der Telekom stark vorangetrieben wird, wird das Wachstum der Cloud-Telefonie überschaubar bleiben.

Das liegt zum einen an den Kunden, die der Sicherheit nicht vertrauen und zum Teil glauben, dass Gespräche aufgezeichnet werden, und zum anderen an Dienstleistern, die seit Jahrzehnten klassische TK-Anlagen und den Service darum verkaufen. Dieser Umsatz wirkt gefährdet. Es ist also auf allen Seiten viel Überzeugungsarbeit nötig, und preislich ist Cloud-Telefonie nicht immer die optimale Lösung. Es muss zum Kunden und zu seinen Anforderungen passen, Cloud-Telefonie kann man nicht wie eine kleine oder große TK-Anlage verkaufen.

Trotzdem, wer sich einmal mit den technischen Möglichkeiten vertraut macht, der wird dem Funktionsumfang schnell erliegen.