Ray Tomlinson (2004) | Copyright: wikipedia.de | CC BY-SA 3.0

Der Erfinder der modernen E-Mail, Ray Tomlinson, starb am vergangenen Wochenende, am 05. März 2016. Im Jahre 1971 hatte er es geschafft eine elektronische Nachricht auszutauschen, die ab diesem Moment als E-Mail bezeichnet wurde.

Es wurden vorher schon elektronische Nachrichten ausgetauscht, aber nicht in dem Format mit einem Benutzernamen und einem Rechnernamen getrennt mit einem @ als Empfängeradresse, so dass man eine Nachricht einem bestimmten Benutzer schicken konnte. Er selbst hat es immer einen kleinen unbedeutenden Hack genannt.

Das @ („at“) oder auch der Klammeraffe, ein altes Summenzeichen, wurde als Trennzeichen benutzt, weil es wenig Benutzung hatte und in Namen definitiv nicht vorkam, es also vorzüglich geeignet war. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des ARPANET, eines neuartigen Rechnernetzes, es war 1969 und es passierte in Kalifornien, verschlug es Tomlinson in die Akustik-Abteilung der Technologiefirma Bolt, Beranek and Newman (BBN), in der er aus Gründen der Arbeitserleichterung und mehr als Nebenprodukt seiner eigentlichen Arbeit die E-Mail erfand. Eine solche kleine gut gelungene Programmierung nannte man im Computer-Steinzeitalter noch Hack, später wurde der Begriff zum Synonym für den feindseligen Angriff auf einen anderen Rechner.

Die E-Mail ist Fluch und Segen zugleich, das ist allseits bekannt. Aber man kann ihr nicht streitig machen, dass sie die Kommunikation auch ein ganzes Stück effizienter gemacht hat. In Sekunden kann man Texte, Bilder, Tondokumente und Videos rund um den Erdball verschicken. Dass die E-Mail zur Abstimmung und Steuerung komplexer Prozesse und Projekte vollkommen ungeeignet ist, ist bereits bekannt und seit Jahren versuchen andere Systeme die E-Mail der Kommunikation zu beerben. Ein paar Jahr wird sie aber noch aushalten. Im Großen und Ganzen sage ich „Danke, Ray Tomlinson“.