VoIP - Voice over IP

VoIP – Voice over IP

Wenn die Telekoms, Vodafones oder Telefonicas dieses Landes ihre Produkte verkaufen, dann wird die Telefonie aktuell und künftig per VoIP (Voice over IP) realisiert. Das ist erprobt und stabil und es funktioniert perfekt. Denn der Anbieter reserviert auf der Internetleitung eine bestimmte Bandbreite für die Telefonie.

Man stelle sich das so vor: Egal, ob man 5Mbit/s, 50Mbit/s oder 500Mbit/s Bandbreite am Internetanschluss zur Verfügung gestellt bekommt, bei einem Download, der mit voller Bandbreite ankommt, wäre die gesamte Bandbreite mit diesem Download belegt. Wenn man nebenher noch telefoniert, dann könnte es sein, dass Datenpakete der Telefonverbindung ins Stocken geraten.

Beim Aufruf einer Website oder beim Herunterladen großer Dateien ist das kein Problem. Hier gibt es eine Art Warteschlange, die Pakete reihen sich dort ein und werden Stück für Stück bearbeitet. Selbst verlorengegangene Pakete werden einfach neu angefordert.

Anders sieht das bei der Telefonie aus. Hier müssen Datenpakete rechtzeitig und stabil hin- und hergeschickt werden können. Das setzt voraus, dass diese Pakete hoch priorisiert werden und dass für sie eine feste Bandbreite bereitgestellt, also reserviert, wird. So etwas regelt man mit QoS, ausgesprochen quality of service. Diese Funktion erkennt bestimmte Datenpakete, z.B. die der VoIP-Telefonie, priorisiert sie gegenüber anderen Datenpaketen und schickt diese über eine bestimmte Route mit einer bestimmten Bandbreite durch den Internetrouter.

Soweit, sogut. Man kann also alles, was an Datenverkehr produziert wird, priorisieren und managen. Nicht so den Datenverkehr, der reinkommt. Der muss von der Gegenstelle, also dem Provider, priorisiert werden. Das macht dieser auch für das VoIP, das direkt mit dem Anschluss verkauft wird. Betreibt man jedoch eine eigene IP-Telefonanlage oder nutzt Dienstleister, wie NFON, dann bekommt man früher oder später Probleme.

Mit viel Trickserei, umfangreicher Konfiguration und unendlicher Bandbreite kann man die Probleme unterdrücken und verdrängen, jedoch nicht beseitigen. Die wohl eleganteste Lösung sind getrennte Internetzugänge für das VoIP und den restlichen Internetverkehr. Die VoIP-Telefonie benötigt aufgerundet 100kbit/s Bandbreite für ein Gespräch, und weil es beide Richtungen betrifft, sollte es ein synchroner Internetanschluss ein. Im letzten Kundenprojekt haben wir für 16 VoIP-Telefone, die mit NFON verbunden wurden, einen 2,5Mbit/s breiten SDSL-Anschluss bestellt, und weil es technologisch nicht anders ging, einen weiteren 5Mbit/s breiten SDSL-Anschluss für den restlichen Internetverkehr. Natürlich ist die perfekte Lösung ein VDSL-Anschluss für den restlichen Internetverkehr, da hier Bandbreiten über 100Mbit/s Download realisiert werden können.