Nunja, so aggressiv muss man nicht gegen die E-Mail vorgehen. Vielmehr ist die Aufgabe der nächsten Jahre die Reduzierung des E-Mail-Aufkommens. Wenn ein Unternehmen diese Aufgabe stellt und sie einem Projektleiter zuteilt, dann wird dieser Filter entwickeln, also ein Raster, und schauen, welche Kommunikation und welche Information nicht per E-Mail gemacht werden muss.

Dabei wird er seine eigenen Erfahrungen einbringen, und er wird sich daran erinnern, was er hier und da gelesen hat. Vielleicht holt er sich ein paar Berater ins Haus, wenn er schlau ist, macht er das, aber sehr wahrscheinlich testet er ein paar Softwarelösungen und entscheidet sich dann für einen Platzhirschen.

Diese Lösung schüttet er dann über die Mitarbeiter aus und stellt es als die Arbeitsweise der nächsten Zukunft vor. Wobei. „Er stellt es vor…“ ist ja geradezu niedlich ausgedrückt, denn er führt es ein. Jetzt kommen Ängste in der Belegschaft hoch, und das ist doch auch verständlich.

Nehmen wir das Beispiel Wissensmanagement. Natürlich ist es eine sinnvolle und zukunftsweisende Entscheidung das Wissen eines Unternehmens in ein Wiki zu transferieren, um es für die Kollegen und die Nachwelt zu sichern. Aber wenn alle Mitarbeiter bisher nach dem Motto „Mach Dich unabdingbar durch Expertenwissen“ lebten, dann wird niemand von heut auf morgen dieses Wissen in ein Wiki schreiben. Vielmehr ist das ein Prozess der Aufklärung und des Herantastens, vielleicht sogar ein Thema der Personalentwicklung.

Erst wenn im Unternehmen offen und transparent gearbeitet wird, oder man das zumindest will, dann öffnen sich Türen für ein Enterpreise-Social-Network-System, also ein Stück Software, mit dem die Mitarbeiter zusammen und miteinander arbeiten dürfen.

Wenn ich dann eine Terminanfrage an die Kalender meiner Kollegen stelle, und nicht per E-Mail an die Kollegen selbst, wenn ich eine Frage an eine Pinnwand schreibe und meine Kollegen ihre Antworten darunter als Kommentar hinterlassen, dann reduziere ich das E-Mail-Aufkommen erheblich, und das passiert dann sozusagen von allein.